Preisträger 2017 - Bewegung für das Leben-Südtirol

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Preisträger 2017

Preis des Lebens
 
PREIS DES LEBENS 2017

Am Sonntag, den 21. Mai 2017, wurde an Dr. HERMANN ZAGLER aus Bozen der PREIS DES LEBENS 2017 verliehen.

Der diesjährige Preis wurde an einen Spätberufenen verliehen: an Dr. Hermann Zagler aus Bozen. Spätberufen deshalb, weil er im Alter von 68 Jahren mit dem Theologistudium in Brixen begonnen hat und dieses dann im Jahr 2016 in Trient mit dem Bachelor beendete.
Für die Diplomarbeit wählte Dr. Hermann Zagler das Thema: «Töte nicht Unschuldige: Ethische und moralische Analyse des Abtreibungsgesetzes Nr. 194 vom 22. Mai 1978“.
Hermann Zagler hat das Thema Abtreibung schon immer berührt, besonders die Tatsache, dass bisher Abermillionen Kinder legal getötet werden konnten – und er hängte in diese Arbeit sein ganzes Herzblut. Er fühlte sich zu diesem Thema berufen und je mehr er sich für die Diplomarbeit in das Thema vertieft hat, umso überzeugte wurde er: es geht um Leben und Tod!
Hermann Zagler hat sich mit dem Thema Abtreibung allgemein auseinandergesetzt, richtet sein Hauptaugenmerk in seiner Diplomarbeit aber auf das Gesetz 194. Dieses Gesetz, das in Italien seit 1978 in Kraft ist, ist laut ihm widersprüchlich und müsste schnellstens überarbeitet werden, da es im Grunde das Recht des Ungeborenen nicht schützt. Dieses Gesetz müsste überarbeitet, die guten Passagen könnten herausgearbeitet und umgesetzt werden.
Dr. Hermann Zagler definiert die Ziele der Diplomarbeit selbst folgendermaßen: „Erstes Ziel wäre als gründliche Info für die Allgemeinheit gedacht, die sich in einer Grauzone befindet, bzw. falsch oder überhaupt nicht objektiv informiert ist. Leider kann das nicht erreicht werden, wenn nicht öffentliche Promotionsarbeit geleistet wird. Offensichtlich sind Tageszeitungen nicht daran interessiert, da diese einer liberalen Lobby unterstehen: auch wissenschaftliche Klarstellungen sind nicht erwünscht, wenn solche dem gültigen Gedankengut entgegenstehen.
 Was möchte ich mit dieser Arbeit in der Gesellschaft, am Gesetz bewirken? Den Leser über die Wahrheit in allen Bereichen zu informieren, die mit theologischen, wissenschaftlichen und psychologischen Erklärungen untermauert ist, und zu sensibilisieren, dazu  beizutragen ein lebensbejahendes, ein dem ungeborenen Kind schützendes Verhalten des Lesers zu erreichen. Schlussendlich möchte ich, dass dem Leser die Augen aufgehen und er einsieht, dass die Abtreibung ein menschenzerstörendes Instrument ist. Im Besonderen sind auch Christen dazu aufgerufen, sich aktiv dafür einzusetzen, wozu gar mehrere Zitate aus Bibel und Lehramt dazu beitragen.“
Für diesen Mut und diesen Einsatz verleiht die Bewegung für das Leben den diesjährigen Preis des Lebens an Dr. Hermann Zagler.





LAUDATIO, gehalten von Franz Gögele:

Das vergangene 20. Jahrhundert war nicht nur geprägt von mörderischen Kriegen und menschenverachtenden Ideologien, sondern vor allem auch durch den Angriff auf das menschliche Leben an seinem Beginn und an seinem Ende. Die Haltung gegenüber Kindern hat sich besonders mit der Einführung der Verhütungspille und mit der Trennung von Sexualität und  Fortpflanzung in den 60er Jahren grundlegend geändert. Es war dann eine logische Folge, dass in den 70er Jahren in den meisten Ländern die straffreie Abtreibung eingeführt wurde, so auch in Italien.
Damit hat seit Mai 1978 mit dem Gesetz 194 in unserem Land jede Frau unter gewissen Bedingungen, die jedoch relativ und leicht zu umgehen sind, das "Recht" ihr Kind straffrei abzutreiben. Dadurch sind in Italien in diesen 39 Jahren, morgen am 22. Mai ist der Stichtag der ersten Abtreibung unter diesen Bedingungen, insgesamt laut offiziellen Statistiken, über 5,5 Millionen  Kinder vor der Geburt, meist kurz vor der 12. Schwangerschaftswoche getötet worden.
Obwohl sich überall auf der Welt Einzelpersonen und Gruppen gegen diese Praxis der Abtreibung gewehrt haben und noch immer dagegen ankämpfen, hat die weltweite "Legalisierung" der Abtreibung einen Damm gebrochen und eine rechtsethische Wanderdüne in Bewegung gesetzt, die das Verständnis dafür, dass es ethische Handlungsgrenzen geben muss, aufweicht, bis zu dem Punkt, dass heute die Abtreibung von etlichen Organisationen sogar zu einem Menschenrecht erklärt wird. Der Mensch darf eben nicht alles tun, was er kann!
Und wir reiben uns die Augen und fragen uns: Wo sind wir gelandet?!
Das fragte sich auch eine Person, die heute unter uns weilt, unser lieber Dr. HERMANN ZAGLER, der sich im vergangenen Jahr 2016 in seiner Dissertation  für das Bakkalaureat in Theologie speziell mit diesem Thema befasst hat. Das von ihm gewählte Thema lautet genau:
"Töte nicht Unschuldige: ethische und moralische Analyse des Abtreibungsgesetzes Nr. 194, vom 22. Mai 1978 und die daraus entstandenen schmerzhaften Folgen"
Dr. Hermann Zagler geht von der Prämisse aus: "Das erste Recht einer menschlichen Person ist das Recht auf Leben, unabhängig von Alter, Aussehen, Gesundheit, Geschlecht, Hautfarbe oder Religion." Er schreibt: "Ich möchte vor allem einen Beitrag leisten für das Recht auf Leben der wehrlosesten und schwächsten Geschöpfe, die Kleinen, die ungeborenen Kinder, gegen die - es mag unglaublich erscheinen - ein Teil unser Gesellschaft mit ungeheuerlicher Anmaßung, wutentbrannt ankämpft, dabei allen Hausverstand außer Acht lässt, anstatt die ethischen, moralischen und demographischen Probleme anzugehen, die besonders die sogenannten reichen Länder plagen, oder die Länder mit totalitären Regimen, wo der herbeigeführte Schwangerschaftsabbruch infolge gesetzlicher Regelungen vorgeschrieben ist."
Dieses unselige Gesetz wurde eingeführt, weil die Selbstbestimmung der Frau über das Lebensrecht des ungeborenen Kindes gestellt wird, obwohl mittlerweile allgemein bekannt ist, dass menschliches Leben mit der Befruchtung der Eizelle beginnt und nicht irgendwann später. Der Embryo ist vom ersten Augenblick der Empfängnis Mensch und entwickelt sich dann als Mensch.
Mittlerweile hat sich die Abtreibung zum Milliardengeschäft entwickelt, das kaum mehr Schranken kennt. Auch unserer Bewegung für das Leben wurde vom Leiter der Abtreibungs-Abteilung in Bozen, auf die Bitte, ob wir die Frauen, die abtreiben wollen, vorher beraten und sie über die Folgen einer Abtreibung hinweisen dürfen, geantwortet: "Ihr nehmt mir einen Teil meines Umsatzes weg!!!" So weit sind wir heute gekommen, dass menschliches Leben nur mehr ein Wirtschaftsfaktor ist.
Du, lieber Hermann, hast dir über die ganze Problematik Gedanken gemacht und bist nicht nur als Christ, sondern vor allem als Mensch zum Schluss gekommen: Dieses Gesetz gehört weg!!! Es ist so schon allein deshalb zwiespältig und unhaltbar, weil im Grunde alles getan werden müsste, damit eine Frau nicht abtreiben muss, was aber immer wieder umgangen wird.
Lieber Hermann, deine Arbeit, deine Gedanken, dein Einsatz sind nicht nur für uns Mitarbeiter in der Bewegung für das Leben, sondern allen Freunden des Lebens, die es Gott sei Dank noch zur Genüge gibt, neue Motivation, sich für die ungeborenen Kinder, die wehrlosesten, die ärmsten Geschöpfe, bedingungslos einzusetzen.
Wir wollen uns bei dir in besonderer Weise bedanken, indem wir dir den Preis des Lebens 2017 zusprechen, den wir dir hiermit überreichen.
Möge dieser Preis ein kleines Dankeschön und ein bescheidener Lohn für deine so fundierte und bis ins Detail recherchierte Arbeit sein. Wir wünschen dir und uns allen, dass dieses unselige Gesetz 194 aus dem Jahr 1978 schon bald abgeschafft wird !!!

A N E R K E N N U N G S P R E I S E

 
Dr. Robert Tappeiner, Kämpfer für die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod
 
Dr. Robert Tappeiner aus Partschins stand seiner Heimatgemeinde 46 Jahre als Bürgermeister vor. Hauptberuflich war der Vater von sechs Kindern und Großvater von 8 Enkelkindern, Lehrer an Mittel- und Oberschule, sowie Mittelschuldirektor und ist seit 52 Jahren mit seiner Frau Marianne verheiratet.Seit der Einführung des Abtreibungsgesetzes 194 im Jahr 1978 in Italien machte der engagierte Lebensschützer jedes Jahr zum „Tag des Lebens“ durch einen Leserbrief in der Tageszeitung Dolomiten auf dieses himmelschreiende Unrecht aufmerksam. Dieses Engagement hielt er ca. 25 Jahre aufrecht - Lebensschützer der 1. Stunde. Nach einer kurzen Unterbrechung setzt er diese Tradition nun wieder fort, allerdings setzt Dr. Robert Tappeiner jetzt den Schwerpunkt auf das Lebensende, das durch die Einführung der Euthanasie in einigen Europäischen Staaten massiv gefährdet ist. Auch in Italien wird  intensiv darüber diskutiert, es liegen im Parlament bereits 6 Gesetzentwürfe zur Einführung der aktiven Sterbehilfe vor. So hat er zum diesjährigen Tag des Lebens seine Meinung diesbezüglich in der Rubrik „Meine Meinung“ in der Tageszeitung Dolomiten kund getan.Dr. Robert Tappeiner war über Jahre auch Präsident des Allgemeinen Provinzkrankenhauses Meran und stand nach Inkrafttreten des Abtreibungsgesetzes 1978 für dieses Amt nicht mehr zur Verfügung. Ein Grund dafür war, dass er sich mit der nun gängigen Abtreibungspraxis nicht identifizieren konnte.
 
Andreas Pöder, kämpft als Landtagsabgeordneter für die Familie und für die Ungeborenen

Andreas Pöder aus Lana, Abgeordneter zum Südtiroler Landtag, ist einer der wenigen Abgeordneten - wenn nicht sogar der Einzige - der regelmäßig mutig seine Stimme für die Ungeborenen und für die Belange der traditionellen Familie erhebt, und dafür von seinen Kollegen meist Kritik erntet.
Seine letzte Wortmeldung zum Lebensschutz erfolgte anfang des Monats angesichts der ASTAT-Statistik bez. steigender Abtreibungszahlen in Südtirol im Jahr 2016. In einer Presseaussendung schrieb Andreas Pöder:
"Eine Gesellschaft sollte diese Zahl von 563 Tötungen ungeborenen Lebens nicht einfach achselzuckend hinnehmen. Dieselben Politiker und Vertreter von angeblich familienpolitischen Organisationen, die den Rückgang der Geburtenzahlen in Südtirol beklagen, schweigen angesichts der 563 freiwilligen Abtreibungen im Jahr", so Pöder.
"Betrachtet man die Kosten für die freiwilligen Schwangerschaftsabbrüche in Südtirols öffentlichen Krankenhäusern, so kostet die Steuerzahler jede einzelne freiwillige Abtreibung rund 2.000 Euro. Damit muss man sich die Frage stellen, was denn nun tatsächlich ein ungeborenes Leben wert ist", so der Abgeordnete.
Andreas Pöder tritt auch für die kompromisslose Förderung der Familien ein, um den Müttern eine echte Wahlfreiheit zu garantieren: einerseits in den ersten Jahren bei ihren Kindern zu Hause bleiben zu können oder die Kinder in Kinderkrippen betreuen zu lassen. Er hat diesbezüglich z.B. mit seiner Partei errechnet, dass die öffentliche Hand in Südtirol für ein Kind, das beispielsweise in einer Kita betreut wird, viermal so viel Steuergelder ausgibt, wie für ein Kleinkind, das in den ersten Lebensjahren von der Mutter in der Familie betreut und erzogen wird.
 
Robert und Maria Pawlus aus Naturns pflegen ihre schwerstbehinderte Tochter Alexandra

Alexandra wurde am 23. Juli 2005 geboren. Unmittelbar nach der Geburt stellten die Ärzte einen schweren Herzfehler bei dem Baby fest, der sofort in Padua operiert wurde. Bei einer 2. Operation im Dezember 2005 wurde bei dem Kind aufgrund eines technischen Fehlers der Herz-Lungenmaschine das zentrale Nervensystem massiv gestört. Seither ist Alexandra zu 100% plegebedürftig. Sie wurde blind und ist geistig als auch körperlich schwerst behindert. Sie trägt Windeln, Essen muss ihr eingegeben werden, usw. Sie ist meist im Kinderwagen und kann nur gestützt kleine Schritte gehen.
 Das inzwischen 12jährige Mädchen hat in den vergangenen Jahren viele Operationen (3 Herzoperationen und eine Beinoperation) über sich ergehen lassen müssen. Die Eltern Maria und Robert stammen beide aus Polen und wohnen seit vielen Jahren in Naturns. Sie haben noch eine größere Tochter Magdalena mit 20 Jahren.
Die Familie kümmert sich liebevoll um Alexandra und freut sich über jeden noch so kleinen Fortschritt in ihrer Entwicklung. Sie besucht derzeit die 4. Klasse der Grundschule in Naturns. Die vielen schönen Momente mit und durch Alexandra decken all die Mühen und zu.
 


Franz Gögele – Mann der ersten Stunde

Franz Gögele war vor 31 Jahren ein Mitbegründer der Bewegung für das Leben – Südtirol. Er war 15 Jahre Geschäftsführer des Vereins und viele Jahre Vorsitzender des Arbeitskreises Haus des Lebens. Es gibt seit nunmehr 25 Jahren Vereinszeitschrift LEBE. Franz Gögele war von der ersten Stunde an die treibende Kraft dafür und ist bis heute verantwortlich für die Gestaltung dieser wertvollen Zeitschrift.
Er war immer auch die treibende Kraft, um Neues anzugeben, neue Projekte zu starten und mit Schwung und Gottes Hilfe weiter zu gehen und nicht aufzugeben.
 

Dank !!

Bei den Neuwahlen des Ausschusses der Bewegung für das Leben-Südtirol am 19. April 2017 dankten 3 langjährige Mitglieder ab.
Es sind dies Franz Gögele aus Meran, Sabine Kobler aus Naturns und Othmal Folie aus Prad.
Als Dank für ihren bisherigen Einsatz für die ungeborenen Kinder wurde ihnen vom Präsidenten Christian Raffl ein kleines Geschenk überreicht.

v.l.n.r.: Christian Raffl, Franz Gögele, Sabine Kobler und Othmar Folie.
Steuernummer:  94027310211
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