Preisträger 2011 - Bewegung für das Leben-Südtirol

Bewegung für das Leben-Südtirol
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Preisträger 2011

Preis des Lebens
PREIS DES LEBENS 2011

Die bekannte Jugend- und Kinderpsychotherapeutin Christ Meves überreicht den "Preis des Lebens 2011"

In diesem Jahr wird der Preis für besondere Zivilcourage zu verleihen, und zwar an
Notburga Thaler aus Reinswald im Sarntal.

Die meisten von uns erinnern sich noch deutlich an das Zugunglück der Vinschger Bahn im Jahr 2010 im Vinschgau, bei dem 9 Menschen ihr Leben verloren. Unter dem Eindruck dieses schrecklichen Geschehens wurden in Südtirol große Trauerfeierlichkeiten durchgeführt. Die Nachrufe waren verständlicherweise sehr emotional und von großer Trauer geprägt. Für Notburga Thaler aus Reinswald im Sarntal war es aber fast unerträglich, dass demgegenüber der Tod von mindestens 11 ungeborenen Kindern, die jeden Montag allein im Krankenhaus Bozen abgetrieben werden, mit Stillschweigen übergangen wird. Das war der Anlass für sie, und einige andere Leserbriefschreiber, auf dieses Unrecht hinzuweisen. Für Notburga Thaler, Mutter von 7 Kindern, das Jüngste, ein Mädchen, mit dem Down-Syndrom, war dies dann der Anstoß,  darüber nachzudenken, was sie gegen diese Mauer des Schweigens tun könnte. Anlässlich der frühmorgendlichen "Audienzen", die Landeshauptmann Dr. Luis Durnwalder während der Woche ab 6 Uhr dem Volk gewährt und bei dem täglich ca. 20 - 25 Personen für ein kurzes Gespräch, eine Bitte, usw. anstehen, begab sich auch Notburga zum nächstmöglichen Termin und unter großer Nervosität zu einem Gespräch dorthin. Sie versuchte „mit Worten, die aus ihrem Herzen kamen, sein Herz zu berühren für die Not der Ungeborenen“. In der Tat verlief das Gespräch sehr offen und der Landeshauptmann empfahl ihr, mit den verantwortlichen Ärzten zu sprechen, denn: „würden  sie sich weigern abzutreiben, würde es keine Abtreibung geben“! Empfehlung folgend sprach Notburga Thaler mit dem Primar der Gynäkologischen Abteilung des Krankenhauses in Bozen. Dieser schickte sie dann zu dem betreffenden Arzt, der die meisten Abtreibungen in Südtirol durchführt. Zu allen Gesprächen nahm sie ihr behindertes Kind mit. Es ergaben sich daraus auch noch weitere Gespräche mit der Sozialassistentin im Krankenhaus und anderen Persönlichkeiten. Durch ihre gewinnende Art und ihr entschiedenes „Ja“ zu dem behinderten Kind, gelang es ihr, die Gleichgültigkeit und die Gefühllosigkeit ihrer Gesprächspartner angesichts der Tötung unserer eigenen Kinder wenigstens zu erschüttern. Die Bewegung für das Leben möchte mit dem diesjährigen"Preis des Lebens"die Zivilcourage von Nothburga Thaler würdigen und hofft, dass ihr Beispiel viele Nachahmer findet. Unsere Zeit braucht eine große Schar solcher mutiger Bürger, um endlich nach Millionen Opfern allein in Italien die allgemeine Resignation und das Schweigen über dieses Unrecht zu durchbrechen und die Politiker und Ärzte an ihre Verantwortung für jedes einzelne menschliche Leben zu erinnern!

        
A N E R K E N N U N G S P R E I S E

Evi und Dieter Stuppner aus Marling

Die Eltern Evi und Dieter ahnten nicht; als sie ihr erstes Kind, die kleine Hannah, 1997  nach der Geburt gesund auf den Armen hielten, dass dieses Kind an einer genetisch bedingten Stoffwechselkrankheit leidet. Erst im Alter von 2 Jahren wurde das Kind auffällig, da es keine Fortschritte mehr machte, sondern die Entwicklung sogar stetig zurückging. Durch verschiedene Untersuchungen wurde eine Stoffwechselerkrankung diagnostiziert.
Zu diesem Zeitpunkt erwartete Evi Stuppner das zweite Kind. Nachdem die Ursache der Erkrankung im Erbgut der Eltern liegt, vermuteten die Ärzte,  auch dieses ungeborene Kind könnte krank sein. Den Eltern wurde eine Abtreibung empfohlen, die sie jedoch ablehnten. Sie entschlossen sich, auch dieses Kind anzunehmen. Die kleine Vera wurde im Jahr 2000 geboren und leider war sie ebenfalls von dieser Erbkrankheit betroffen.
Hannah ist inzwischen 14 und Vera 11 Jahre alt. Beide Kinder leiden an motorischen Störungen, die sich ständig verschlechtern. Auf Grund dieser Störungen können die Mädchen immer schlechter gehen, es haben sich Schluckbeschwerden eingestellt und sie können nicht mehr sprechen. Ihre Lebenserwartung ist begrenzt. Für die Eltern ist dies eine große Herausforderung, sind doch beide Kinder auf ständige Hilfe angewiesen.
Im Jahre 2006 wurde dann ein ersehntes 3. Kind, der kleine Jonas, geboren. Es lässt sich leicht erahnen unter welchen seelischen Ängsten das Ehepaar Stuppner diese dritte Schwangerschaft durchstand. Welch eine Erlösung, als die Untersuchung die Gewissheit brachte: der kleine Jonas ist gesund!



Dr. Artur und Gudrun Defatsch aus Meran

Im Jahre 2006 hatte der Thomas Defatsch, Sohn von Artur und Gudrun, mit 27 Jahren einen Motorradunfall, bei dem er schwer verletzt wurde.  Seitdem ist Thomas querschnittgelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen.  Die Mutter, die beim Weissen Kreuz arbeitete, hat deshalb  ihre Arbeit aufgegeben. Seit 5 Jahren umsorgen die Eltern ihren pflegebedürftigen Sohn mit Liebe und Opferbereitschaft und haben noch zusätzlich zwei Pflegekinder im Alter von 14 und 9 Jahren in ihrer Familie aufgenommen.
Die Familie hat ihre Lebensfreude und das Gottvertrauen niemals  verloren, weil  sie stets  Kraft und Hilfe im Glauben finden.

Anna Vigl aus Oberbozen am Ritten

Anna Vigl wurde 1940 als Älteste von 7 Kindern geboren. Im Krieg verlor sie ihren Vater, dieser Verlust  prägte sie ein Leben lang. Mit 27 Jahren heiratete sie Johann Vigl und schenkte 4 Töchtern das Leben. Ihre Tochter Anna schreibt: „Wir genossen eine herrlich bemutterte Jugendzeit und konnten jederzeit, auch heute noch, mit unseren Problemen zu unseren Eltern kommen.“ Als die Mutter von Anna Vigl im Alter einen Schlaganfall bekam und pflegebedürftig  wurde, war es für sie selbstverständlich, neben der Familie und der täglichen Arbeit auf dem Hof, ihre Mutter bis zum Tod zu pflegen. Anna Vigl liebt Blumen über alles und besonders ihre 10 Enkelkinder. Gerne hilft sie jederzeit und überall, wenn in den jungen Familien Not am Mann ist!
Der Einsatz von Frau Vigl ist heute leider nicht mehr selbstverständlich! Die heutige Gesellschaft leidet an der Berufstätigkeit vieler Frauen, die sich nicht mehr uneingeschränkt dem Mann und den Kindern widmen können. Oft geschieht es aus finanziellen Nöten, oft aber auch weil  junge Frauen keine Erfüllung  als „NUR - Hausfrau“ finden, ja viele schämen sich sogar. Das Leben von Frau Vigl ist ein wunderbares Zeugnis für die wahre Berufung der Frau. Die Bewegung für das Leben möchte Frau Vigl mit diesem Anerkennungspreis stellvertretend für alle  Mütter ehren, die ihren Dienst an der Familie als Selbstverständlichkeit ansehen.


Steuernummer:  94027310211
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