Preisträger 2009 - Bewegung für das Leben-Südtirol

Bewegung für das Leben-Südtirol
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Preisträger 2009

Preis des Lebens
PREIS DES LEBENS 2009

Am Sonntag, 17. Mai 2009, fand in Meran die jährliche Vergabe "Preis des Lebens" der Bewegung für das Leben-Südtirol statt.
Heuer fiel es der Jury besonders schwer, einen Preisträger zu ermitteln, da von den Einsendungen  zwei Familien eines gemeinsam haben: jeweils ein Familienmitglied liegt im Wachkoma.
Die Bewegung für das Leben wollte in diesem Jahr angesichts der Tragödie um die Wachkomapatientin Eluana Englaro einen besonderen Akzent setzen. Eluana wurde durch einen Gerichtsbeschluss, erwirkt von ihrem Vater, die Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr unterbunden und sie starb nach einigen Tagen qualvoll.
So entschloss man sich, in diesem Jahr den Preis doppelt zu vergeben:  an Andreas und Rosemarie Gamper, mit den Söhnen Maximilian, Valentin und Johannes aus Dorf Tirol und an Richard und Margit Marsoner mit den Kindern Klaus, Jutta, Maria und Hannes  aus Latsch.

Andreas und Rosemarie Gamper

leben mit ihren drei Söhnen Maximilian, Valentin und Johannes, in Dorf Tirol bei Meran. Johannes, geboren im Mai 2003, war als Frühchen auf die Welt gekommen. Er entwickelte sich gut, konnte gehen, sprechen, essen usw., hatte jedoch häufig Infektionen.
Kurz vor seinem 2. Geburtstag hatte Johannes einen Herzstillstand. Durch das sofortige Eingreifen des Notarztes konnte er wiederbelebt und in das Krankenhaus eingeliefert werden. Dort verbrachte er einige Tage unter Aufsicht, jedoch ohne besondere Behandlung, sodass ein Großteil seiner Gehirnzellen abstarb und er in ein Wachkoma fiel.
Seither kann Johannes weder sprechen, noch gehen, noch essen, er wird über eine Dünndarmsonde künstlich ernährt und bekommt 24 Stunden am Tag Sauerstoff.
Die Eltern haben mit Johannes viel Zeit in Kliniken verbracht, besonders in Vogtareuht in Bayern. Dort hat man ihnen beigebracht, mit der Situation zu leben und umzugehen, besonders aber, sich über jede Kleinigkeit, jeden noch so kleinen Fortschritt zu freuen.
Rosemarie Gamper:
"Obwohl es manchmal nicht einfach ist, allem gerecht zu werden, freuen wir uns, dass wir Johannes zu Hause pflegen können. Wir freuen uns über jedes kleine Lächeln, über jeden Minifortschritt, über jeden Tag, an dem er nicht leiden muss. Ich möchte mich besonders bei Maximilian und Valentin bedanken, die oft Rücksicht nehmen müssen. Johannes beansprucht einfach alle, weil er das schwächste Glied unserer Familie ist. Danke an meinen Mann Andreas: geteiltes Leid ist nicht so schwer zu tragen. Ich danke auch Gott, der uns immer wieder weitergeholfen hat, obwohl seine Wege oft unergründlich sind. Und Vergelt's Gott an alle Menschen, die uns immer wieder unterstützt haben!"


Margit und Richard Masoner

leben mit ihren vier Kindern Klaus, Jutta, Maria und Hannes in Latsch.
Klaus, der Erstgeborene (geb. 19. Mai 1979), verunglückt 17 jährig am 10. Juli 1995 schwer. Mit der Vespa auf dem Weg zu seiner Lehrstelle wird er von einem Auto angefahren und bleibt schwer verletzt auf der Straße liegen. Niemand leistet Erste Hilfe und viel zu spät wird die Rettung verständigt, da alle glauben, Klaus sei schon tot.
Nach der Erstversorgung im Krankenhaus Schlanders wird er in die Intensivstation nach Bozen verlegt, wo er einen Monat lang mit dem Tod ringt. Schließlich fällt er in ein Wachkoma (Apallisches Durchgangssyndrom), in dem er heute 30 jährig noch liegt.
Während des achtmonatigen Aufenthalts in der Neurologie Bozen stellt Mutter Margit immer wieder fest, dass ihr Sohn alles mitbekommt, was um ihn herum geschieht und unter seiner Hilflosigkeit furchtbar leidet. Ihr einziger Wunsch zu diesem Zeitpunkt ist,  dass Klaus die Chance bekommt zu Hause gepflegt zu werden.
Nach einem weiteren Aufenthalt in der Uni-Klinik Innsbruck und im Krankenhaus  Hochzirl, kann die Familie Klaus nach Hause bringen und pflegt ihn seitdem hingebungsvoll.
Obwohl Klaus für die Medizin „austherapiert“ ist, macht er täglich Physiotherapie privat zu Hause. Im Jahr 2003 ermöglicht eine Spendenaktion der Latscher Dorfbevölkerung  eine Delphintherapie in Florida. Einmal jährlich fahren die Eltern in ein Therapiezentrum nach Deutschland, wo vom Verein „Patienten im Wachkoma PIW“ eine Intensivtherapie organisiert wird. Gleichzeitig gibt es für die Angehörigen auch die Möglichkeit einer Gesprächstherapie.
Die Familie stellt immer wieder kleine, oft nur für sie erkennbare Fortschritte fest und ist glücklich über jede neue Wahrnehmung. Klaus kann auch einige Worte sagen: MAMA, OMA, JA, NEIN und bei guter Verfassung noch einige mehr. Für die Familie gehört Klaus dazu, er wird nie ausgeschlossen und nimmt am Leben der Familie intensiv teil.
Klaus ist ein junger Mann geworden, der als Mensch behandelt werden will. Er will, dass man mit ihm spricht, nicht über ihn. Er mag kein Mitleid, lieber hört er einen guten Witz. Obwohl es für ihn sehr schwierig ist, sieht man, dass er Freude am Leben hat. Er kann herzlich lachen oder sich genüsslich im Bett strecken und recken. Seit Herbst 2008 hat er keine gute Zeit. Nach einer schweren Lungenentzündung und anschließender Gürtelrose kämpft er immer noch, um wieder zu Kräften zu kommen. Doch seine Familie gibt nicht auf:
„Wir vertrauen auf Gottes Hilfe und auf die Liebe, die wir ihm täglich schenken. Wir sind froh, ihn bei uns zu haben und hoffen, dass wir noch lange gesund bleiben, um ihn pflegen zu können. Er ist keine Belastung für unsere Familie, sondern eine große Bereicherung.“




ANERKENNUNGSPREISE

Bruno und Lucia Gandolfi

aus Bozen erwarteten nach 4 Kindern das 5. Kind. In der 20. Schwangerschaftswoche stellten die Ärzte im Krankenhaus mittels Ultraschall fest, dass das Kind einen Chromosomenfehler hat, mit dem es nicht überlebensfähig wäre und drängten die verzweifelten Eltern zur Abtreibung. Diese jedoch beschlossen, auf Gott zu vertrauen und das Kind auszutragen.
So konnte Stella nach ihrer Geburt noch 16 Tage geborgen und behütet im Kreise ihrer Familie leben!

Lucia Gandolfi berichtet:
Stella ist unser fünftes Kind, sie war erwünscht und kam 8 Jahre nach dem jüngsten ihrer Geschwister zur Welt. Wir hatten erwartet, dass sie uns Freuden und Sorgen bringen würde, wie wir sie schon von den anderen Kindern kannten. Der Befund der Ultraschalluntersuchung in der 20. Schwangerschaftswoche, durchgeführt im Dezember im Krankenhaus von Bozen, hat uns wie ein Blitzschlag getroffen. Es zeigten sich große Probleme. Die Frauenärztin verlangte sofort eine Fruchtwasseruntersuchung, die eine Trisomie 18 bestätigte. Dieser Cromosomenfehler sei mit dem Leben nicht vereinbar, so erklärten uns die Ärzte. Sie drängten auf eine Entscheidung innerhalb weniger Tage, damit der gesetzliche Termin für eine Abtreibung nicht überschritten werde.
Es waren für uns Tage der Verzweiflung, des Schmerzes und der Verwirrung. Es näherte sich der Tag des Schwangerschaftsabbruchs (das schien die logischste und beste Lösung für alle zu sein!), aber anstatt Erleichterung zu empfinden, machte sich immer größeres Entsetzen in uns breit. Dank des Zeugnisses einiger weniger Paare, die ihre dem Tod geweihten Kinder ausgetragen hatten, haben wir beschlossen, ganz auf Gott zu vertrauen und unser Töchterchen von Herzen anzunehmen mit all seinen Mängeln und Gebrechlichkeiten.
Wir hatten Angst vor übergroßem Leid, müssen aber heute sagen, dass Stella für uns und unsere Familie ein wahrer Segen ist und war.
Stella ist nicht im Mutterleib gestorben, wie die Ärzte vorausgesagt hatten. Sie wurde am Termin mit Kaiserschnitt geboren und empfing die Taufe in sehr feierlicher Form in der Kapelle des Krankenhauses. Der Primar der Neugeborenenintensivstation, Dr. Messner, hat uns ermöglicht, mit unserer Kleinen allein in einem Zimmer zu sein. Ihr wurden alle unnützen Therapiemaßnahmen erspart. Ihre Geschwister haben sie in dieser Zeit liebkost, geherzt und spazieren geführt. Nach 8 Tagen hatten wir gelernt, Stella über eine Sonde mit der Milch ihrer Mutter zu füttern. Wir brachten Stella nach Hause, wo sie von ihren Geschwistern erwartet wurde.
Stella starb plötzlich, ohne zu leiden, in den Armen ihrer Mutter und umringt von ihrer Familie, am 16. Mai 2008. Neun Monate und 16 Tage war dieses "besondere" Geschöpf bei uns, sie wurde geliebt und wie eine kleine Heilige geehrt, wie ein kleiner gekreuzigter Jesus. Stella hat alle, die sie kennen lernen durften, bereichert, sie hat alle getröstet, die bei ihrem Begräbnis geweint haben. Mit ihrem für die Welt schwachen und "unnützen" Leben hat Stella uns gelehrt zu sehen und zu lernen, dass wir für den Himmel bestimmt sind. Es war wunderbar, sie auf diesem so kurzen Weg zu begleiten. Ohne Angst dürfen wir heute bezeugen, dass Stella für uns ein überaus wertvolles Geschenk ist und war.

Familie Gandolfi hat die berührende Geschichte ihrer Tochter Stella auf Youtube festgehalten:










Judith Wieland

aus Reinswald im Sarntal schrieb ihre Facharbeit zur Erlangung des Diploms als Fachfrau für soziale Dienste an der Lehranstalt für Wirtschaft und Tourismus in Bozen zum Thema "Schwangerschaftsabbruch - Gewalt gegen die Schwächsten?"
Sie schrieb ihre Arbeit zum Thema Abtreibung, obwohl ihr von Seiten der Lehrer und ihrer Betreuerin Wiederstand entgegen gebracht wurde. Sie befasste sich mit den Methoden der Abtreibung, sowie den Folgen für die Mutter (PAS Post Abortion Syndrom) und das Kind.
Judith Wieland hat nach eigenen Angaben einen Großteil ihrer Informationen aus der Zeitschrift LEBE der Bewegung für das Leben-Südtirol bezogen.

Link zur Facharbeit von Judith Wieland:

Steuernummer:  94027310211
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